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Schweisstropfen suchen ihren Weg über lachende Gesichter. Augen leuchten wie bei selbstvergessenen Kindern. Trommeln treiben die Spieler an, Rhythmen, die Bewegung einfordern und sie bekommen.

Für eineinhalb Stunden ist Brasilien ganz nah, auch in der kalten Schweiz und dem Dojo der Budo-Schule Wädenswil. Hier wird Capoeira gespielt - eine spektakuläre Melange aus Kampf, Tanz, Spiel, Musik, Sport und Akrobatik.

Eines der leuchtenden Augenpaare gehört Eros de Giovanni. Er übt mit seiner Partnerin Martina eine neue Figur. Grundschritt, Drehkick, abrollen, der Gegner kontert, aufstehen, Kick, Grundposition. Keine Anfeuerungsrufe wie beim Boxen. Eros und Martina zeichnen mit ihren Füssen Halbkreise in die Luft. Kampfkunst wie Tango, lässig und präzise zugleich.

Im Rhythmus der Musik

Die Grundzüge des brasilianischen Kampftanzes sind leicht erlernbar. Am Anfang steht der Grundschritt, die Ginga: vor, zur Seite, zurück, immer im Rhythmus der Musik. Nach und nach folgen Ausweichbewegungen, Tritte und Kicks, bis man irgendwann als wilder Wind durch den Trainingsraum toben kann. Trainer Alessandro Riillo ist schon lange dabei. "Ich kann ich nicht mehr davon lassen", sagt er lachend. Bis vor rund 40 Jahren war der Kampftanz ausserhalb Brasiliens nahezu unbekannt. Erst Anfang der Siebziger gingen brasilianische Capoeira-Meister vermehrt ins Ausland und gründeten Ableger ihrer "Basen".

Heute gibt es auch in der Schweiz zahlreiche Capoeira-Gruppen. Viele arbeiten mit brasilianischen Mestres zusammen. Man sollte sich ruhig mehrere Gruppen ansehen, denn jede hat ihren eigenen Stil. Die Betonung kann eher auf dem Spiel liegen - oder auch auf dem Kampf. Ein Prinzip gilt aber immer: Ob Mann, ob Frau, ob Anfänger oder Fortgeschrittener, jeder kann mit jedem spielen, und jeder wird unabhängig von seinem Können respektiert.

(Quelle: Wädenswiler Anzeiger vom März 2013)